Mit dem Jahreswechsel treten regelmäßig neue gesetzliche Regelungen in Kraft. Auch zum Start ins Jahr 2026 bringt der Gesetzgeber zahlreiche Änderungen auf den Weg. Einige davon sind klar arbeitnehmer- oder verbraucherfreundlich, andere stärken eher Arbeitgeber oder Anbieter. Wir geben Ihnen einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.
Änderungen im Arbeitsrecht
Erhöhung des Mindestlohns
Ab dem 01. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn deutlich an. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben dann Anspruch auf einen Stundenlohn von 13,90 Euro. Damit handelt es sich um eine der stärksten Erhöhungen der vergangenen Jahre. Bereits zum 01. Januar 2027 ist die nächste Anhebung geplant – dann soll der Mindestlohn 14,60 Euro betragen.
Von der Anpassung profitieren nicht nur Beschäftigte im Allgemeinen, sondern auch Pflegekräfte. Der Mindestlohn in der Pflege wird ebenfalls angehoben. Pflegehilfskräfte, qualifizierte Pflegehilfskräfte und Pflegefachkräfte erhalten ab Juli 2026 mehr Gehalt.
Neue Minijob-Verdienstgrenze
Parallel zum Mindestlohn steigt auch die Verdienstgrenze für Minijobs. Ab dem 01. Januar 2026 liegt diese nicht mehr bei 556 Euro, sondern bei 603 Euro monatlich. Für das Jahr 2027 ist bereits eine weitere Erhöhung auf 633 Euro vorgesehen.
Mehr Entgelttransparenz
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft das Entgelttransparenzrecht. Auf Grundlage einer EU-Richtlinie müssen die Mitgliedstaaten die neuen Vorgaben bis Mitte 2026 in nationales Recht umsetzen.
Künftig haben Arbeitnehmer unter anderem das Recht, Auskunft über ihre eigene Vergütung sowie über die durchschnittliche Entgelthöhe vergleichbarer Tätigkeiten zu verlangen – unabhängig von der Größe des Unternehmens. Zudem dürfen Arbeitgeber Bewerber nicht mehr nach dem bisherigen Gehalt aus früheren Beschäftigungsverhältnissen fragen. Im Gegenzug müssen Unternehmen bereits im Bewerbungsprozess das vorgesehene Einstiegsgehalt oder zumindest eine Gehaltsspanne angeben.
Änderungen im Familienrecht
Höherer Mindestunterhalt
Nicht nur Löhne steigen – auch der Mindestunterhalt für Kinder wird angepasst. Die Düsseldorfer Tabelle sieht für 2026 eine Erhöhung um mindestens vier Euro pro Kind vor.
Für minderjährige Kinder erhöht sich der Unterhalt je nach Einkommensgruppe um vier bis acht Euro, bei volljährigen Kindern um fünf bis zehn Euro.
Kindergeld und Kinderfreibetrag steigen
Ab Januar 2026 profitieren Familien zudem von höheren staatlichen Leistungen. Das Kindergeld steigt um vier Euro auf 259 Euro pro Monat.
Auch der Kinderfreibetrag wird angehoben. Er beträgt künftig 6.828 Euro pro Jahr, sofern beide Eltern gemeinsam mehr als 80.000 Euro oder Alleinerziehende mehr als 40.000 Euro jährlich verdienen.
Änderungen für Pendler
Preissteigerung beim Deutschlandticket
Weniger erfreulich ist die Entwicklung beim Deutschlandticket. Ab dem kommenden Jahr erhöht sich der Preis von 58 Euro auf 63 Euro monatlich. Am Leistungsumfang ändert sich jedoch nichts – das Ticket gilt weiterhin für den Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland.
Einheitliche Pendlerpauschale
Eine positive Nachricht gibt es hingegen für Berufspendler. Die Pendlerpauschale wird vereinheitlicht. Ab 2026 wird jeder gefahrene Kilometer mit 38 Cent angesetzt – nicht mehr erst ab dem 21. Kilometer. Ziel dieser Änderung ist eine spürbare steuerliche Entlastung.
Neuer Wehrdienst
Zum 01. Januar 2026 soll ein neues Wehrdienstgesetz in Kraft treten. Der Wehrdienst bleibt grundsätzlich freiwillig. Dennoch werden alle Männer, die ab 2026 volljährig werden (Geburtsjahrgang 2008), verpflichtet, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Hintergrund ist die weiterhin im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht.
Sollte das gewünschte Wachstum der Bundeswehr und der Reserve nicht erreicht werden und die Zahl der Freiwilligen zu niedrig ausfallen, behält sich die Bundesregierung vor, eine sogenannte Bedarfswehrpflicht einzuführen.
Fazit
Das Jahr 2026 bringt zahlreiche gesetzliche Neuerungen mit sich: höhere Löhne, mehr Kindergeld und steigenden Unterhalt auf der einen Seite, aber auch höhere Kosten – etwa für das Deutschlandticket und neue Pflichten im Bereich des Wehrdienstes auf der anderen. Es bleibt spannend, welche weiteren Anpassungen das kommende Jahr noch bereithält.