Im deutschen Recht gibt es unzählige Gesetze und Regelungen. Selbst Anwälte greifen regelmäßig zum Gesetzbuch, um Details nachzuschlagen. Umso verständlicher ist es, dass sich im Alltag viele Rechtsirrtümer halten. Problematisch wird es allerdings dann, wenn diese ungeprüft übernommen werden – denn das kann schnell zu rechtlichen Nachteilen führen.

Ob im Arbeitsrecht, Sozialrecht oder Verkehrsrecht: Diese häufigen Rechtsirrtümer sollten Sie kennen.

Irrtum 1: „Für Minijobs gilt das Arbeitsrecht nicht.“

Auch geringfügig Beschäftigte stehen in einem ganz normalen Arbeitsverhältnis. Damit gelten für Minijobber dieselben grundlegenden Regeln wie für Voll- oder Teilzeitkräfte, etwa beim Kündigungsschutz, beim Urlaubsanspruch oder bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Irrtum 2: „Eine mündliche Kündigung ist wirksam.“

Eine Kündigung entfaltet nur dann rechtliche Wirkung, wenn sie schriftlich ausgesprochen wird. Telefonische oder mündliche Aussagen reichen nicht aus. Wer lediglich mündlich „gekündigt“ wird, sollte sich daher nicht vorschnell unter Druck setzen lassen.

Irrtum 3: „Im Urlaub muss man sich nicht krankmelden.“

Erkrankt man während des Urlaubs, bleibt die Pflicht bestehen, den Arbeitgeber unverzüglich zu informieren. Zusätzlich ist ein ärztlicher Nachweis erforderlich. Nur dann werden die Krankheitstage nicht als Urlaubstage gewertet und dem Urlaubskonto wieder gutgeschrieben.

Irrtum 4: „Die Rente wird automatisch gezahlt.“

Der Rentenbeginn erfolgt nicht von selbst. Die gesetzliche Rente wird nur auf Antrag gewährt. Wer in den Ruhestand gehen möchte, sollte den Antrag daher rechtzeitig bei der Deutschen Rentenversicherung stellen, um Verzögerungen bei der Auszahlung zu vermeiden.

Irrtum 5: „Bei einem Auffahrunfall trägt der Hintermann immer die volle Schuld.“

Zwar spricht bei Auffahrunfällen häufig der erste Anschein gegen den Auffahrenden. Eine automatische Alleinschuld gibt es jedoch nicht. Kommt es etwa zu einer grundlosen Vollbremsung oder einem fehlerhaften Fahrmanöver des Vorausfahrenden, kann auch eine Mithaftung in Betracht gezogen werden.

Fazit

Rechtliche Irrtümer entstehen schnell und halten sich oft hartnäckig. Wer sich frühzeitig informiert oder fachkundigen Rat einholt, kann viele Probleme vermeiden. Bei Unsicherheiten lohnt es sich, genauer hinzuschauen.